Sanierung des Hochwasserrückhaltebeckens Abtskücher Teich

Der BRW hat Mitte Juni 2017 sein Planungskonzept zur notwendigen Sanierung des Abtskücher Teiches bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Mettmann zur Genehmigung eingereicht.

Das Konzept umfasst Lösungen für gleich drei Ansprüche an den Teich
1. die Funktion des Abtskücher Teichs als Hochwasserrückhaltebecken,
2. die Verbesserung der Ökologie des Rinderbaches (Durchgängigkeit) und
3. die Aufrechterhaltung der vielfältigen Nutzungen des Teiches als Ruhe- und Rückzugsraum für Tiere und als Naherholungsgebiet.

Bei der Durchführung werden deshalb neben der umfangreichen Sanierung als Hochwasserrückhaltebecken mit seinen technischen Anlagenteilen und der Verlegung des Rinderbaches sowohl Wege für die Erholung suchende Bevölkerung rund um den Teich, als auch möglichst ungestörte Lebensräume für dort heimische Tiere, wie Fledermäuse, Fische und Wasservögel geschaffen bzw. erhalten bleiben.

 

Übersichtslageplan Planungskonzept Sanierung Abtskücher Teich

 

1. Sanierung des Abtskücher Teich als Hochwasserrückhaltebecken mit seinen technischen Anlagenteilen

Das HRB Abtskücher Teich ist und bleibt ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil des Konzeptes zum Ausgleich der Wasserführung, mit dem der BRW die Menschen und ihre Häuser und Arbeitsplätze entlang des Rinderbaches vor Hochwassergefahren schützen will.
Das Hochwasservorsorgesystem Rinderbach besteht aus insgesamt 4 Hochwasserrückhaltebecken und einem Regenrückhaltebecken.

 

Hochwasservorsorgesystem Rinderbach und Nebengewässer

 

Damit auch in Zukunft die Hochwässer ohne Gefahr für die Unterlieger in dem Teich zwischengespeichert und abgeleitet werden können, müssen die veralteten technischen Anlagenteile nach den heutigen technischen Standards erneuert, der Absperrdamm saniert, stellenweise erhöht und der bereits bestehende Umlaufgraben (zukünftiges Bachbett des Rinderbaches) vergrößert werden.

Für den Hochwasserschutz ist es zwingend erforderlich, die jetzige Stauhöhe im Teich zu senken um damit ein größeres Stauvolumen zu schaffen, das bei extremen Niederschlägen die anfallenden Wassermengen aufnehmen kann.
Da der Ruhrverband, der bis vor einigen Jahren den Teich als Schönungsteich hinter seiner Kläranlage genutzt hat, inzwischen die im Laufe der Jahre abgelagerten Sedimente vom Grund des Abtskücher Teiches in einem aufwändigen Absaugverfahren entfernt hat, wird sich die Wassertiefe durch die Absenkung nicht wesentlich ändern.

Der Absperrdamm wird ertüchtigt und die alten Ablaufbauwerke, die nicht mehr genutzt werden können, zurückgebaut. Ein neu errichtetes Auslaufbauwerk dient der Hochwasserentlastung und dem Schutz des Absperrdammes.

 

Ausschnitt Lageplan, Hochwasserablauf

 

Querschnitt Hochwasserzulauf

 

2. Verbesserung der Ökologie des Rinderbaches und des Stauteichs

Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist es, die ökologische Durchgängigkeit des Rinderbaches wieder herzustellen. Der Rinderbach fließt derzeit noch durch den Stauteich, was eine Durchwanderung für Fische und Kleinstlebewesen so gut wie unmöglich macht. Mit der geplanten Verlegung des Rinderbaches in den naturnah gestalteten ehemaligen Umlaufgraben des Teiches wird zukünftig die Forderung der EU-WRRL nach Durchgängigkeit für ein ökologisch gutes Gewässer auch im Bereich des Abtskücher Teiches erfüllt. Damit weiterhin ein ausreichender Durchfluss im Abtskücher Teich gewährleistet bleibt, wird der Wordenbecker Bach vom Rinderbach abgekoppelt und zukünftig unmittelbar in den Teich münden.

 

Ausschnitt neues Gewässerbett und Zulauf (Rinderbach und Wordenbecker Bach)

 

Querschnitt durch das neue Gewässerbett Rinderbach

 

3. Aufrechterhaltung der vielfältigen Nutzungen des Teiches als Ruhe- und Rückzugsraum für Tiere und als Naherholungsgebiet

Der Abtskücher Teich ist ein beliebtes Ziel für Freizeit und Naherholung; auch dieser Nutzung trägt der BRW in seiner Planung Rechnung.
Das heute eher kahle Teichufer sollen zukünftig standortgerechte Bäume, Büsche und Uferstauden säumen, die den heimischen Tieren Nahrung und ungestörte Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten bieten. 
So entsteht in der ehemaligen Mündung des Rinderbachs in den Teich ein breiter Schilfgürtel. Etwas vorgelagert wird eine Insel angelegt. Auf dieser und auch im Schilf und den anderen Pflanzen am Ufer finden Wasservögel und heimische Tierarten ihr Zuhause.
Damit Spaziergänger auch weiterhin schöne Ausblicke auf den Teich genießen können, legt der BRW sogenannte „Sichtlücken“ in den Neuanpflanzungen an. Bänke sollen in Zusammenarbeit mit der Stadt aufgestellt werden, die den Erholungsuchenden Ruhe- und Aussichtspunkte bieten. Zudem bietet sich an vielen anderen Stellen des rund um den Teich verlaufenden Wegs weiterhin Gelegenheit, Flora  und Fauna zu beobachten.