Neubau der Regenbeckenanlage an der Kantstraße



Regenwasser fließt in die Kanalisation. Und dann? Wie kompliziert und verflochten das Leiten, Zwischenspeichern und Behandeln des nassen Elements sein kann, und wie viele verschiedene Bauten dafür benötigt werden, zeigt ein Gemeinschaftsprojekt des Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW) und der Stadt Mettmann.

Im Norden der Stadt Mettmann betreibt der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) das Klärwerk Metzkausen und das vorgelagerte Regenüberlaufbecken (RÜB) Kantstraße am Krumbach.

Anforderungen des Gewässerschutzes machen den Bau eines Regenrückhaltebeckens (RRB) für die Entlastungsmengen aus dem RÜB Kantstraße vor der Einleitung in den Krumbach erforderlich. Gleichzeitig ist geplant, das RÜB aufgrund seines baulich schlechten Zustandes zu ersetzen.

Der BRW baut deshalb im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit der Stadt Mettmann eine neue komplexe Regenbeckenanlage an der Kantstraße.

In dieser Anlage wird zukünftig bei Regenwetter das aus der Kanalisation zufließende Wasser behandelt und zwischengespeichert, ehe es gedrosselt in Richtung Klärwerk bzw. in den Krumbach geleitet wird.

Hierfür werden insgesamt rund 9.400 Kubikmeter dezentrales Behandlungs- und Speichervolumen mittels zweier Regenrückhaltebecken (RRB 1 +2), eines Regenüberlaufbecken und eines verbindenden Stauraumkanal geschaffen.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um

1. ein Regenüberlaufbecken (RÜB) mit V = 960 m³ als Durchlaufbecken,

2. ein erstes  Regenrückhaltebecken (RRB1) mit V = 4.610 m3 als Betonbecken

3. ein zweites Regenrückhaltebecken (RRB2) mit V = 3.805 m³ als offenes Erdbecken, sowie

4. einen verbindenden Staukanal DN 1600 mit V = 784 m³

Aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung werden das RÜB und RRB 1 als geschlossene Becken mit einer Erdüberdeckung hergestellt.

Zudem werden auch rund 450 m städtische Mischwasserkanäle im Zulauf der Beckenanlage mit Durchmessern von 30 Zentimetern bis 1,20 Meter und die Auslaufbauwerke an drei Teichen in den Bach erneuert.

Insgesamt rechnen BRW und Stadt Mettmann mit Projektkosten von rund 10 Millionen € und einer Bauzeit bis Frühjahr 2016.

Übersichtsplan Neubau der Regenbeckenanlage an der Kantstraße Quelle: BRW

 

Da derartige Arbeiten nicht ohne Lärm- und Schmutzbelästigung für die Bürgerinnen und Bürger vonstatten gehen, sind die Anwohner an der Kantstraße frühzeitig vom BRW über die Notwendigkeit und den Umfang der Baumaßnahme informiert worden. Tägliche Straßenreinigung führt zwar zu einer zeitweisen Entlastung der Staubbelästigung, hält aber die Umgebung der Großbaustelle nicht rund um die Uhr staubfrei.

Vielleicht beruhigt es die Anwohner, dass ein Großteil der lauten und schmutzbringenden Arbeiten bereits abgeschlossen ist.

Bohrpfahlwand Quelle: BRW

 

So sind bereits 80% der ca. 210 Bohrpfähle mit Längen von bis zu 13 Metern in den Boden eingebracht, die für die Errichtung einer umlaufenden Bohrpfahlwand für das RÜB / RRB 1 nötig sind. Die restlichen Bohrarbeiten werden im Laufe des Septembers 2014 abgeschlossen sein. Im Anschluss daran werden die Betonierarbeiten für die Becken innerhalb der Bohrpfahlwand ausgeführt. Die Becken haben nach Fertigstellung eine Gesamtfläche von 1.400 Quadratmetern und eine Tiefe von 6 Meter, sie erhalten nach Abschluss der Arbeiten eine Erdabdeckung und Bepflanzung , so dass sie quasi unter neuem Grün verschwinden.

Fertiggestellt wurden auch bereits die städtischen Zulaufkanäle im Comberg-Park und entlang der Kantstraße, die das Ab- und Regenwasser in Richtung Klärwerk transportieren. Ebenso wurden im Zuge des Gewässerausbaus die Auslaufbauwerke der nahegelegenen Teiche erneuert.

 

Rohr der Zulaufkanäle vor dem Einbau Quelle: BRW

 

Für die Wiederherstellung des Comberg-Parkes hat das Grünflächenamt der Stadt Mettmann die Anlage neuer Spazierwege und Bepflanzung geplant. Die Umsetzung der Planung erfolgt schrittweise im Verlauf der weiteren Arbeiten ab Herbst 2014.

 

Planung Cromberg-Park Quelle: Stadt Mettmann

 

Vom Stauraumkanal, der das neue Regenrückhaltebecken (RRB1) an der Kantstraße und das neue Regenrückhaltebecken (RRB2) am Klärwerk verbindet und mit einem Durchmesser von 1,60 Metern und einer Gesamtlänge von 390 Metern geplant ist, wurden bisher die südlichen 185 Meter gebaut. Der parallel dazu verlaufende Schmutzwasserkanal mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern wurde zu 130 Metern fertiggestellt. Die restlichen Kanalarbeiten werden vom Gelände des Klärwerks ausgeführt, was auch zu einer Entlastung der Anwohner durch LKW-Verkehr an der Kantstraße führen dürfte.

Rohr des Stauraumkanals Quelle: BRW

 

Mit dem Bau des letzten großen Bauteils der komplexen Regenbeckenanlage, dem Erdbecken (RRB2) am Auslauf des Stauraumkanals am Klärwerk Metzkausen wird voraussichtlich noch im Herbst 2014 begonnen. Die dafür vorgesehene Fläche (der ehemalige Bolzplatz) wird derzeit als Lagerfläche für Baumaterialien genutzt.